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23.01.2006

FDP für Sanierung des Kerschensteiner Schulschwimmbades

„Die FDP-Worms spricht sicht für eine Sanierung des Kerschensteiner-Schulschwimmbades aus und lehnt damit die Vorlage der Verwaltung zur Schließung ab“, fasst der stellvertretende Kreis- und Fraktionsvorsitzende Dr. Jürgen Neureuther das Ergebnis einer kurzfristig einberaumten Klausursitzung der FDP-Stadtratsfraktion und des geschäftsführenden Kreisvorstandes vom vergangenen Wochenende zusammen.
„Grundsätzlich“, so Neureuther „ist bei der Entscheidung zwischen zwei Sichtweisen zu unterscheiden:
Erstens zwischen der reinen Betrachtung der Bau- und Unterhaltungskosten der beiden Lösungen und
zweitens die funktionale Lösung der Problematik, welche letztendlich in eine politische Entscheidung münden muss, welche Ausgaben für die Stadt Worms in Zukunft die wichtigeren sind. Hier müsse eine Grundsatzentscheidung gefällt werden zwischen Investitionen in eine angemessene Qualität der Sport- und Bildungsinfrastruktur auf der einen Seite oder in eine hohe aber auch kostenträchtige Qualität von Kultur-Prestigeprojekten.“

So sind nach Ansicht des liberalen Bildungsexperten Jörg Haubold die Nutzungsqualitäten eines ganzjährig betriebenen Schul- und Lehrbeckens nicht mit einer teilweisen und eingeschränkten Benutzung eines Freizeitbades mit Traglufthalle vergleichbar. In diesem Zusammenhang darf nach Ansicht des Liberalen auch nicht vergessen werden, dass durch die Lösung Traglufthalle, die Verwaltung der Belegungszeiten von der Stadt als Schulträger hin zu den Freizeitbetrieben verlagert wird und deren betriebswirtschaftliche Rücksichtnahme auf Schulen und Vereine erfahrungsgemäß begrenzt sein wird.

Hinsichtlich des der Entscheidung des Haupt- und Finanzausschusses zugrunde liegenden Gutachtens merkt der stellvertretende Kreisvorsitzende und baupolitische Sprecher des Kreisverbandes Migges Glaser an, dass der von den Wirtschaftsprüfern durchgeführte Kostenvergleich nur so gut sein kann wie die vom Servicebetrieb gelieferten Ausgangsdaten. Wenn die jeweiligen Ansätze hier ungünstig gewählt wurden, verändert sich das Ergebnis deutlich.

„Prof. Ganslosers Sachkenntnis zum Thema ist unbestreitbar, jedoch es fällt auf, dass der Gutachter seinen ersten Kostenansatz bei einer Nachbesichtigung von 1,66 Mio. auf 1.99 Mio. nach oben korrigiert hat. Der Spezialist für Schwimmbäder wurde hier durch die Servicebetriebe in Details und Kosten nach oben korrigiert“, so der liberale Bauexperte Migges Glaser. Auch die günstigere Möglichkeit einer stufenweisen Sanierung wird von Herrn Haag im Voraus und pauschal als irrig abgetan und dementsprechend nicht mehr näher untersucht, was nach Ansicht der Wormser FDP völlig falsch ist.

Weiterhin ist festzustellen, dass bei den Instandhaltungskosten für das sanierte Bad sehr hohe pauschale Ansätze zu Grunde gelegt werden. Die genaue Ableitung der Instandhaltungskosten ist nicht näher belegt worden. Üblicherweise wird der Ansatz von Instandhaltungskosten durch Prozentpunkte der Baukosten ermittelt. Bei beiden Lösungen wird mit unterschiedlichen Ansätzen gearbeitet und bei der Traglufthalle ändert sich dieser prozentuale Wert nicht, obwohl die Baukosten der verschiedenen Hallentypen unterschiedlich sind. In jedem Falle sind die Ansätze der Instandhaltungskosten nicht durch empirisch belegte Werte des Spezialisten Prof. Gansloser hinterlegt worden, sondern nur durch pauschale Werte an der Obergrenze. Es ist nicht einmal klar, ob der Ansatz tatsächlich von Prof. Gansloser kommt, oder nur von den Servicebetrieben, so die Schlussfolgerung von Migges Glaser.


(c) 1999 FDP-Kreisverband Worms