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09.01.2009

Junge Liberale zur aktuellen Schulpolitik

von Danny Bogner (Vorsitzender Junge Liberale Worms)

CDU fordert zweite IGS für Worms.

Mit bedauern stellen die Jungen Liberalen in Worms fest, dass sich die CDU in der Schulpolitik zur absoluten „Umfallerpartei“ entwickelt und nach SPD und Grünen nun ebenfalls eine zweite integrierte Gesamtschule in Worms fordert. Hier zeigt sich, dass man bei der CDU wohl jetzt schon vor der anstehenden Kommunalwahl im Juni kalte Füße bekommt und man ähnlich wie in der Bundespolitik scheinbar anstrebt die „bessere SPD“ zu werden.

Die Schwachen fördern, die Starken fordern

Ziel der Schule muss es grundsätzlich sein individuell auf das Leistungsvermögen eines einzelnen Schülers einzugehen. Das heißt ein besonders begabter Schüler muss mit angemessenen Aufgaben gefordert werden und lernschwache Schüler, die vielleicht sogar noch über Sprachprobleme verfügen, müssen besonders gefördert werden, sodass sie nach der Schullaufbahn guten Gewissens „in den richtigen Ernst des Lebens“ entlassen werden können. Dies kann eine IGS nicht; auch wenn man sich Chancengleichheit und Fairness und so weiter verspricht und den Eltern dies dann auch aufs „Butterbrot schmiert“. Es kann nicht sein, dass Schüler, die mehr zu Leisten im Stande sind, gebremst werden, weil andere Schüler, die vielleicht sogar in der Minderheit sind, deutlich langsamer sind und auch individuelle Unterstützung vom Lehrer benötigen. Umgekehrt muss auch die Möglichkeit bestehen, dass eben diese individuelle Unterstützung geleistet wird ohne dass die Lehrkräfte auf „stärkere“ Schüler achten muss oder auf Einhaltung des Lehrplans. Um diese Ausgewogenheit zu gewährleisten, eignet sich bis jetzt noch immer am Besten das 3-gliedrige Schulsystem, wenn man es auch entsprechend mit finanziellen Mitteln unterstützen würde und nicht sämtlich vorhandenes Geld in neue, abenteuerliche Projekte pumpen würde. Ähnliches und völlig richtiges äußerte dazu bereits der FDP-Schulexperte Jörg Haubold, der genau das forderte, dass man in bestehende Strukturen (Gymnasium, Realschule, Hauptschule) entsprechend investiert.

Die Christdemokraten fallen um und die SPD freut sich

Nun ist also wieder einmal der Fall eingetreten, dass man bei der CDU keine Lust hat, sich gegen die andere Volkspartei zu stemmen und für seine Ideale und Wähler zu kämpfen (trotz größter Stadtratsfraktion). Mit der Begründung, man wolle dem Elternwunsch entsprechen, fordert man nach SPD & Grünen nun auch eine zweite IGS. Da fragt man sich als Außenstehender, auch aus anderen Parteien, ob man bei der CDU seine Mitglieder und Wähler wohl an der Nase herumführen möchte. Als man nämlich die CDU zur fraktionsstärksten Partei im Stadtrat wählte, waren die Christdemokraten nämlich überhaupt nicht vom Projekt IGS erfreut und plädierte für den Erhalt des 3-gliedrigen Schulsystems. Und was ist nun? Kommunalwahlen stehen, man möchte wieder stärkste Fraktion werden, und „Nach-Links-Rücken“ ist momentan „IN“, also schließen wir uns der SPD an und hoffen einfach mal, dass unsere Mitglieder und „Stammwähler“ das schlucken. Was man davon halten sollte, kann jeder für sich entscheiden, unabhängig ob man Freund oder Feind der IGS ist.

Julis fordern „Schluss mit dem sozialistischen Einheitsbrei im Schulsystem“

Wir Jungen Liberalen fordern die handelnden Personen auf diese „Zusammenmisch“-Experimente zu beenden und weiter mit dem soliden, bestehenden Schulsystem zu arbeiten und in dieses zu investieren. Der „sozialistische Einheitsbrei“, der stattdessen entstehen soll, wird scheitern, da man so nicht in der Lage ist auf unterschiedliche Bedürfnisse der verschieden leistungsstarken Schüler einzugehen.

Die Jungen Liberalen erkennen aber auch an, dass bei den aktuellen Machtverhältnissen im Land Reheinland-Pfalz, die Realschule Plus „kommt“ und man so bald nur noch das 2-zügige Schulsystem im Land hat; da dies nicht mehr zu verhindern ist, sind neue Konzepte im Rahmen dieser Schulreform nötig, um die Schullandschaft in Worms möglichst positiv zu gestalten. Eine baldige Einführung der Einheitsschule lehnen die Jungen Liberalen aber aus den bisher genannten Gründen strikt ab.


(c) 1999 FDP-Kreisverband Worms