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26.10.2007

„Liberal heißt nicht beliebig“
FDP-Kreisverband Worms feierte gestern Abend sein Herbstfest unter dem Motto „Die Heimat genießen“

(NK, 26.10.2007, Anja Groebe). Seit nunmehr zwei Jahren findet das Herbstfest des FDP-Kreisverbandes Worms statt und erfreut sich einer stets steigenden Beteiligung über die Grenzen von Worms hinaus. So trafen sich gestern Abend rund 50 Vertreter aus den befreundeten Kreisverbänden Mainz, Speyer und Mainz-Bingen, sowie parteiübergreifend zahlreiche Ehrengäste im Weingut Bechtel in Worms-Heppenheim. Unter dem Motto "Die Heimat genießen" wurde das Herbstfest mit Wein, Zwiebelkuchen, rustikalen Leckereien und gemütlicher Geselligkeit zu einem unvergesslichen Abend.


"Politik muss Freude machen", erklärte Dr. Jürgen Neureuther, Vorsitzender des Kreisverbandes Worms. Deshalb kombiniert er gerne das fröhliche und gemütliche Beisammensein mit einem Rückblick auf die aktuellen politischen Ereignisse im Land. Diesen gab der Vorsitzende des FDP-Bezirksverbandes Rheinhessen-Vorderpfalz Franz Ringhoffer, der gleichzeitig als Wirtschaftsbürgermeister der Stadt Mainz tätig ist.


In seiner Rede ließ er Revue passieren, was sich im letzten halben Jahr getan hat.
Als sorgenvolle Entwicklung bezeichnet er den gewonnen Einfluss der Radikalen. Aufpassen muss man seiner Meinung nach dass weder die Linken noch die Rechten an Stärke gewinnen.


Liberal sein, heißt nicht alles zähneknirschend zu dulden, sondern sehr wohl seine eigene Meinung kund zu tun und diese auch zu vertreten. Wie beispielsweise im Bezug auf die Hochschulpolitik, einem der Schwerpunkte der Opposition. Nach wie vor werde zu wenig in die Universitäten investiert. Während in Deutschland 1,9 Prozent des Bruttosozialprodukts in die Bildung gesteckt würden, investiere manch anderes Land das Doppelte. Um den Hochschulen mehr finanzielle Mittel zukommen zu lassen, befürwortet die FDP die Einführung der Studiengebühren auch in Rheinland Pfalz.


Auf bundespolitischer Ebene bedarf es nach Franz Ringhoffers Meinung einer Kurskorrektur im Bereich der Steuerpolitik. "Kräftig abkassiert" werde bei den Bürgern. Allein 40 Milliarden Euro Einnahmen brächten die erhöhte Mehrwertsteuer, die Versicherungssteuer und die Reichensteuer. 32 neue Gesetze enthalte das Steuerrecht für 2008. Ein Dschungel durch den kaum noch jemand durchblicke. "Die schwarz-rote Steuerpolitik halten wir für falsch", so Franz Ringhoffer.


Noch anderthalbe Jahre, dann stehe die Bundestagswahl 2009 vor der Tür. "Es gibt viele Bereiche wo es liberale Korrekturen braucht. Nach dem besinnlichen Weihnachtsfest gilt es die Ärmel hochzukrempeln und gesündere Verhältnisse in Deutschland zu schaffen", ermunterte Franz Ringhoffer seine Zuhörer. So manche Diskussion dürfte das Herbstfest neben dem fröhlichen Beisammensein begleitet haben.


(c) 1999 FDP-Kreisverband Worms