|
19.03.2007
Klares Votum für alten Chef
Neureuther bleibt FDP-Vorsitzender
(WZ, 19.03.2007). Dr. Jürgen Neureuther bleibt Kreisvorsitzender der Wormser FDP. Geschlossen bei nur einer Enthaltung stimmten die Mitglieder für den alten und neuen Chef. Landtagsabgeordneter Jürgen Creutzmann und Staatssekretär a. D. Günter Eymael waren die ersten, die gratulierten.
Eymael, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion, lobte die engagierte Arbeit der Wormser Liberalen, die auch unpopuläre Themen aufgriffen. Exemplarisch nannte er hierbei den Vorschlag zur Budgetierung bei den Kosten der Nibelungen-Festspiele.
Creutzmann versuchte an einigen Beispielen aufzuzeigen, wie sich die absolute Mehrheit der SPD auf die Landespolitik auswirke: "Der Skandal um die Entsendung des SPD-Genossen Herzog mit einer pfändungsfreien monatlichen Zulage von 3800 Euro nach Ruanda und die Einstellung der ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Grünen Ise Thomas als Geschäftsführerin ohne Ausschreibung zeigt die Selbstherrlichkeit von absoluten Mehrheiten", kritisierte er.
Neureuther bemängelte auf lokaler Ebene, dass viele Geschäfte in der Innenstadt leer stünden und sieht mit Blick auf das ungenutzte ehemalige C & A-Gebäude dringenden Handlungsbedarf. Dem Bau des geplanten Fachmarktzentrums steht er skeptisch gegenüber. Massiv ins Kritikfeuer der Liberalen geriet der Zustand des Hauptbahnhofes. Als nicht länger hinnehmbar kritisierte der Kreisvorsitzende den seit Monaten unbefestigten Zugang aus westlicher Richtung.
Mangelnden Sparwillen bemängelte er mit Blick auf den städtischen Haushaltsplan und das seiner Meinung nach zu hohe Budget für die Nibelungen-Festspiele. "Auch wenn wir die Idee zu den Festspielen mitgetragen haben, appellieren wir daran, die Kosten aus Verantwortung gegenüber den Bürgern zu reduzieren."
Für die FDP von Bedeutung ist auch, bereits im Kindergarten Kinder mit Migrationshintergrund durch Sprachkurse zu fördern. Einen entsprechenden Antrag stellte Jörg Haubold. Er fordert, dass die Vorschulbildung mit dem zwingenden und nachprüfbaren Erwerb der deutschen Sprache gekoppelt werden muss. Gerade hier bilde Worms ein Schlusslicht. Die Schulkarriere entscheide sich vor allem an der Sprachfähigkeit beim Eintritt in die Grundschule. Eine unglückliche Schulkarriere hingegen koste die Allgemeinheit hohe Summen, etwa für Nachschulungen und Spätfolgen, meinte Neureuther. Er würde gerne Betroffene aus Vorschulerziehung, Elternschaft, der Grundschule und ethnischen Gruppen an einem Tisch sehen. Einen entsprechender Antrag wollen die Liberalen im Stadtrat einbringen.
[Bilder vom Kreisparteitag 2007]
|